Athos
Athos und seine Mönche
Eines der beliebtesten Urlaubsziele Griechenlands ist die Halbinsel Chalkidiki im Südosten Thessalonikis. Aber nur zwei Teile der Halbinsel, Kassandra und Sithonia, bieten Besuchern eine gute touristische Infrastruktur mit weißen Sandstränden, antiken Siedlungen und versteckten Buchten. Der dritte Teil, Athos, gibt sich unnahbar und geheimnisvoll.
Verbotene Heiligtümer
Zur Halbinsel Athos gelangt der Reisende nur per Boot, nur mit Genehmigung – und nur als Mann. Athos ist eine orthodoxe Mönchsrepublik mit autonomem Status. Frauen und generell allen nichtorthodoxen Menschen, die auch nicht über ein Empfehlungsschreiben des Pilgerbüros und das sogenannte Diamonitirio verfügen, ist das Betreten dieses Landstrichs verboten.
Allein Männern ist es also vorbehalten, einen Blick auf die 20 Großklöster zu werfen, die zum Teil in spektakulärer Lage oder mit eigenem Bootssteg versehen die bergige Landschaft zieren. Die bereits viele Jahrhunderte alten Gebäude stehen als Ensemble unter dem Schutz der UNESCO. Auch die Skiten (dörfliche Siedlungen), Eremitagen und die Malerwerkstätten, in denen die traditionellen orthodoxen Ikonen entstehen, können ausschließlich von Männern besucht werden. Ein Tipp für Frauen: Wenigstens die schönsten Klöster direkt am Meer sieht man auch sehr gut im Rahmen einer Bootstour entlang der Athos-Westküste.
Mönchsein auf Zeit
Männern mit Ausnahmegenehmigung ist es bis zu vier Tagen gestattet, sich auf Athos aufzuhalten. Und was liegt da näher, als direkt im Kloster zu wohnen? Allerdings muss sich jeder Besucher an die hier geltenden Regeln halten, um in den Genuss der Gastfreundschaft der Mönche zu gelangen. Dazu gehört auch, dass man nur eine Nacht im selben Kloster verbringen darf. Die Uhren ticken hier anders, im wahrsten Sinne des Wortes: Es gilt der alte byzantinische Kalender, die Uhrzeit wird ab Sonnenuntergang gemessen.
Wer all die kleinen Besonderheiten beachtet, kann wie selbstverständlich am klösterlichen Leben teilnehmen, kann den Heiligen Berg Athos erklimmen und das Privileg genießen, einer von ganz Wenigen zu sein, dem Zutritt zu diesem paradiesischen Garten gewährt wurde.
