Delphi

Delphi - Ein sagenhafter Ort


Die Akropolis in Athen gehört zweifellos zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Griechenlands. Nicht weniger faszinierend, ebenfalls auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO und ein Muss auf jeder Rundreise aber ist Delphi, jener Ort, rund zwei Fahrtstunden von Athen entfernt, nördlich des Golfes von Korinth am Fuße des Parnassgebirges liegend, der für sein sagenumwobenes Orakel bekannt ist.

Zwei Sagen und eine große Macht
In der Antike war Delphi eine der wichtigsten Städte Griechenlands und religiöses Zentrum der Welt. Einer Sage zufolge trafen sich genau hier zwei Adler wieder, die Zeus, der oberste olympische Gott der griechischen Mythologie, zuvor an den entgegengesetzen Enden der Welt aufsteigen gelassen hatte. Diese Stelle wurde durch den der Sage nach als Meteor vom Himmel gefallenen Omphalos-Stein (griech. für „Nabel der Welt“) im Apollontempel markiert. Der Stein befindet sich heute im nahe gelegenen Museum, zusammen mit anderen Exponaten wie dem lebensgroßen, bronzenen Wagenlenker. Um den Apollon-Tempel wiederum dreht sich eine weitere Sage. Derzufolge tötete Apollo, Sohn des Zeus, einen Drachen. Dieser bewachte zuvor eine Felsspalte, aus der Dämpfe aufstiegen, die Menschen in Trance versetzen und die Zukunft sehen lassen konnten. Eine Priesterin namens Pythia übernahm fortan die Aufgabe und verkündete im Apollon-Tempel Orakelsprüche – mit weitreichenden Auswirkungen, denn Herrscher und Heerführer aus der ganzen antiken Welt reisten zum Orakel nach Delphi. Die Priester, die die Orakelsprüche deuteten und in doppeldeutige Verse übertrugen, verfügten so über große Macht, da sie letztlich sogar über Kriege entschieden.

Pythische Spiele und antikes Theater
Doch die Ausgrabungsstätte Delphi hat noch anderes zu bieten als den Apollon-Tempel. Da wären zunächst die Schatzhäuser, die früher der Aufbewahrung von Weihegeschenken dienten, dann, am am höchsten Punkt Delphis, das Stadion, Austragungsort der Pythischen Spiele, die alle vier Jahre gehalten wurden und bei denen Wettbewerbe in verschiedenen sportlichen Disziplinen, aber auch in Künsten wie Musik, Gesang, Tanz und Theater ausgetragen wurden. Schließlich ist da noch das gut erhaltene Theater oberhalb des Apollon Tempels, welches Platz für sage und schreibe 5000 Zuschauer bot.

Das Ende der Geschichte
Mit der Herrschaftsübernahme der Römer verlor Delphi an Bedeutung, wurde geplündert, verfiel und geriet in Vergessenheit – bis Ende des 19 Jahrhunderts Archäologen mit ersten Ausgrabungen begannen. Viele weitere folgten, bis in die 1990-er Jahre hinein.
Heute befindet sich westlich vom antiken Delphi der moderne, aber eher unbedeutende Ort Delfi.