Samen
Ein ganz besonderes Urvolk: Die Samen
Eine Reise nach Lappland ist immer auch eine Fahrt in die große, einsame Weite Nordeuropas. Statt boomender Metropolen und fiebrig, pulsierendem Nachtleben findet man hier eher die unberührte Tundra und Taiga, aber auch einige belebte Skizentren sowie zahlreiche, gerade im Sommer sehr beliebten Seen. Dieser Teil Skandinaviens, der nördlich vom Polarkreis liegt, ist trotz oder gerade wegen seiner Abgeschiedenheit einen Urlaub wert.
Im Reich der Samen
Lappland ist das Reich der Samen. Ihre frühere Bezeichnung Lappen hat heute herabwürdigenden Charakter und wird daher kaum noch verwendet. Die Samen, Europas letztes Urvolk, hatten nie einen eigenen Staat, insofern ist es auch schwer, ihr Verbreitungsgebiet genau abzugrenzen. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Teil der Samen bis heute die Rentierzucht betreibt und mit den Herden in Teilen Finnlands, Schwedens, Norwegens und sogar Russlands herumzieht.
Wer sich auf die Spur der Samen begibt, die übrigens als die Erfinder des Ski gelten, fährt am besten in die norwegische Finnmark: Dort lebt ein Großteil der verbliebenen Samen, etwa 45.000 Menschen, in Siedlungen wie Karasjok oder Kautokeino. Deutlich weniger Samen leben in Schweden (etwa 17.000) und Finnland (knapp 6.000). Zu erkennen sind sie oftmals an ihren bunten Trachten (Kofter) mit den hohen Mützen. Mit ein wenig Glück erlebt man eine Vorführung des samischen Theater „Beaivvás“ oder eine Darbietung der samischen Sangeskunst, die allerdings für europäische Ohren eher gewöhnungsbedürftig klingt.
Europas letzte Wildnis
Lappland ist nicht nur das Zuhause von Europas letztem Urvolk, hier findet man auch „Europas letzte Wildnis“, die in großen Nationalparks bewahrt wird. Parks wie Abisko, Lemmenjoki, Sarek oder Padjelanta sind Rentierzuchtgebiet der Samen, in dem sie im Sommer auch mit ihren Herden leben. Die Gegend ist geprägt von weiten Hochebenen, Seen, Flüssen und vereinzelten Waldgebieten und Heimat so seltener Tierarten wie Steinadler, Luchs, Polarfuchs oder Schnee-Eule. Übrigens: Einige Teile der Nationalparks und damit des Welterbes Laponia sind durch Wanderwege erschlossen und bieten Besuchern Einblick in das Leben der Rentierzüchter.
