Mauren
Maurische Spuren überall
Spanien, das heißt Sonne und Meer, Tapas und Flamenco, Kunst und Lebensfreude und prachtvolle Paläste. Aber wussten Sie eigentlich, dass hier auch schon ein Kalifat und ein maurisches Königreich existierten und die Spanier über ein beachtenswertes maurisches Erbe verfügen?
Typisch Spanisch?
Tatsächlich findet sich vor allem im Süden Spaniens eine einzigartige Symbiose aus maurischen und iberischen Elementen, die den ganz besonderen Charme dieser Gegend ausmachen. Ein gutes Beispiel dafür ist Sevilla: Die Hauptstadt Andalusiens gilt als Wiege des Flamenco, Heimat der Tapas und beherbergt u.a. die größte gotische Kathedrale der Welt. Und ausgerechnet hier, in diesem Klischee einer spanischen Stadt, sollen die nordafrikanischen Mauren ihre Spuren hinterlassen haben?
Und ob! Wer beim Schlendern durch die engen Gassen der Altstadt die Augen offenhält, stößt immer wieder auf Ornamentmuster, die eher im Orient üblich sind. Die Fliesen, die für Viele ganz selbstverständlich zu Spanien dazugehören – ebenfalls maurisches Erbe. Schauen Sie sich die Häuser der Altstadt einmal genauer an: Hier dominiert die orientalische Bauart mit Flachdächern, eher flachen Gebäuden und Innenhöfen. Wer immer noch zweifelt, sollte den Alcázar besuchen, den mittelalterlichen Königspalast Sevillas, der mit seinen charakteristischen Säulen, Hallen und Gärten überdeutlich als maurisches Fort zu erkennen ist. Übrigens: Auch in der Flora finden sich Hinweise auf die Mauren – die allgegenwärtigen Dattelpalmen zum Beispiel kommen ursprünglich u.a. aus dem afrikanischen Raum.
In der Residenz der maurischen Könige
Die wohl berühmtesten Zeugen der maurischen Herrschaft findet man in der Gitarrenbauerstadt Granada – allen voran die Alhambra. Die ehemalige maurische Königsresidenz mit ihren typischen roten Mauern ist die größte profane Anlage ihrer Art in Spanien und besteht aus mehreren Palästen. Die Alhambra zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe, ebenso wie das ehemalige maurische Wohnviertel Albaicín mit seinen engen Gassen und weißgetünchten Häusern. Der Aufstieg in das Viertel, das auf einem Bergrücken liegt, kann im Sommer anstrengend werden – aber er lohnt sich schon allein wegen der grandiosen Aussicht auf die gegenüberliegende Alhambra.
